Sharenting Statistiken 2026

Wie viele Fotos von Kindern online gestellt werden, von wem und mit welchen Folgen. Eine Zusammenstellung der meistzitierten Sharenting-Forschungsergebnisse, aktualisiert für 2026.

  • 1.300+ Fotos des durchschnittlichen Kindes, die bis zum 13. Lebensjahr online gestellt werden
  • 75 % der Eltern in den USA und Großbritannien posten ihre Kinder in sozialen Medien
  • 80 % der Kinder haben bis zum 2. Lebensjahr eine Online-Präsenz
  • 23 % der Kinder haben bereits vor der Geburt einen digitalen Fußabdruck

Wann beginnt der digitale Fußabdruck eines Kindes?

  • Das erste Foto des durchschnittlichen Neugeborenen wird innerhalb einer Stunde nach der Geburt online gestellt.
  • Etwa jedes dritte Kind erscheint online innerhalb der ersten 24 Stunden seines Lebens.
  • Rund 23 % der Kinder haben bereits vor der Geburt einen digitalen Fußabdruck – meist durch gepostete Ultraschallbilder.
  • Mit 2 Jahren haben etwa 80 % eine erkennbare Online-Präsenz.
  • Mit 5 Jahren sind vom durchschnittlichen Kind bereits fast 1.000 Fotos online.

Wer betreibt Sharenting?

  • Mütter posten etwa 3-mal häufiger über ihre Kinder als Väter.
  • Rund 89 % der Mütter mit Kindern unter 5 Jahren haben Fotos von ihnen öffentlich geteilt.
  • Großeltern sind die zweithäufigsten Poster – etwa 40 % der Großeltern teilen Fotos von Enkeln auf Plattformen, die die Eltern selbst nicht nutzen.
  • Rund 56 % der Eltern teilen Informationen, die den Aufenthaltsort des Kindes identifizieren könnten (Schule, Wohngebiet, täglicher Weg).

Einwilligung und das Empfinden der Kinder

  • Weniger als 25 % der Eltern fragen ihr Kind um Erlaubnis, bevor sie etwas posten.
  • In einer britischen Umfrage unter 10- bis 16-Jährigen sagten über 70 %, ihre Eltern hätten peinliche Inhalte ohne ihre Zustimmung gepostet.
  • Etwa jeder dritte Teenager hat einen Elternteil gebeten, einen Beitrag über ihn zu löschen – und ungefähr die Hälfte wurde abgelehnt.

Identitätsbetrug und digitale Entführung

  • Barclays prognostiziert, dass Sharenting bis 2030 zwei Drittel aller Identitätsbetrugsdelikte gegen Jugendliche verursachen wird – rund 7,4 Millionen Fälle pro Jahr und jährliche Verluste von 670 Millionen Pfund.
  • Schätzungsweise 50 % der Bilder auf bestimmten pädophilen Bildaustauschforen stammen ursprünglich von öffentlichen Familien-Social-Media-Konten.
  • "Digitale Entführung" – wenn Fremde Kinderfotos als ihre eigenen reposten – ist seit mindestens 2014 auf Facebook, Instagram und Pinterest dokumentiert und hat sich mit KI-generierten "Babyrollenspiel"-Communitys weiter ausgeweitet.

KI-Training mit Kinderfotos

  • Human Rights Watch fand 2024 identifizierbare Fotos realer Kinder im offenen Trainingsdatensatz LAION-5B – darunter Bilder aus Familienblogs und brasilianischen Schuljahrbüchern.
  • Meta hat öffentlich bestätigt, dass öffentliche Facebook- und Instagram-Beiträge zum Training seiner Llama- und Meta-KI-Modelle verwendet werden.
  • Sobald ein Foto in den Trainingsdatensatz eines Grundmodells aufgenommen wurde, kann es nicht mehr aus dem eingesetzten Modell entfernt werden.

Gesetzliche Reaktionen

  • Frankreich (2024): Verabschiedete ein Gesetz, das Kindern ausdrücklich ein Recht auf Bildprivatheit einräumt und Gerichten erlaubt, die Posting-Rechte von Eltern einzuschränken.
  • EU DSGVO-K: Kinder unter 16 Jahren können in vielen Mitgliedstaaten der Datenverarbeitung nicht ohne elterliche Genehmigung zustimmen – und Eltern können laut manchen Rechtsauffassungen auch nicht stellvertretend für eine unbefristete öffentliche Nutzung einwilligen.
  • Illinois "Kind-Influencer"-Gesetz (2024): Verpflichtet Eltern, einen Teil der Einnahmen für Kinder zurückzulegen, die in monetarisierten Inhalten mitwirken.

Quellen

Statistiken zusammengestellt aus öffentlich zugänglicher Forschung, darunter: AVG "Digital Diaries"-Umfragen; Ofcom Children and Parents Media Use-Berichte; University of Michigan C.S. Mott Children's Hospital National Poll; Barclays UK-Identitätsbetrug-Projektionen; Human Rights Watch LAION-5B-Untersuchung (2024); öffentliche Aussagen von Meta zu KI-Trainingsdaten; sowie wissenschaftliche Arbeiten von Stacey Steinberg (University of Florida Levin College of Law) zu den rechtlichen Dimensionen von Sharenting.

Häufig gestellte Fragen

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